Archiv der Kategorie: BienenBox

Teilung des Volkes

Vor zwei Wochen habe ich meine politische Macht über ein ganzes Volk genutzt und es (vermutlich) gegen seinen Willen geteilt!

Okay, ganz so dramatisch war es jetzt nicht.

Meine Bienen haben den Winter gut überstanden. So gut, dass es noch ein sehr starkes, großes Volk war. Man könnte sogar sagen, dass es fast überquoll. Ich bin ja jetzt nicht mehr ganz so unwissend, was die Bienenhaltung angeht, deswegen war mir klar, wenn die jetzt so weiter wachsen, dann werden sie demnächst ausschwärmen wollen. Das bedeutet, dass sie eine neue Königin bilden und die alte mit der Hälfte der Bienen abhaut. Das wollte ich jetzt dann doch nicht riskieren und habe krampfhaft überlegt was zu tun ist. NOCH hatte ich keinen Schwarmtrieb im Volk.

Dann war wieder Imkerkurs und als eine Teilnehmerin davon sprach, dass sie jetzt auf Bienenschwärme wartet kam mir der Gedanke, dass ich ihr ja einen Ableger geben kann. Dass das geht, und auch wie, haben wir im Kurs bereits besprochen, und wir beide, die wir das ja noch nie gemacht haben, haben uns versichert, dass wir das zusammen schon hinbekommen 😉

Wir legten den Teilungstermin auf den Tag der letzten Kursstunde, sie würde dann im Anschluss mit zu mir nach Hause kommen (praktisch für mich: Ich hatte dann quasi ein Taxi heim und musste nicht mit der Bahn fahren 😉 ). In der Kursstunde erzählten wir unser Vorhaben, und bekamen noch einige gute Tipps wie wir vorgehen sollten. (Inclusive einem kurzen Schrecken: „Es ist noch zu früh wenn ihr das heute schon macht…. ääääh, achnee, geht doch!“ 😉 )

Bei uns angekommen machten wir uns sofort an die Arbeit. Der erste Schritt war es nämlich, die Bienenkönigin zu finden.

Gar nicht so einfach in dem Gewusel! Weil es kalt war und die Bienen nicht ausgeflogen sind waren also alle zu Hause- es war VOLL auf dem Waben! Da ich aber etwas Rauch benutzt habe waren alle Bienen friedlich und es waren nur ein oder zwei Damen, die ihre Wächtertätigkeit deutlich gezeigt hatten. Wir konnten jedenfalls ganz in Ruhe gucken.

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Der Hahn Rex guckt auch neugierig zu, und auch die anderen Hühner standen am Zaun und genossen die Show. Hätte ja was zum Essen geben können 😉

Zu zweit guckten wir jedes Rähmchen an. Wir mussten den Rahmen mit der Königin finden, damit ich die nicht versehentlich mit weggebe. Das wäre zwar super für meine Kurskollegin, aber schlecht für mich 😉

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Wir brauchten eine halbe Stunde, um zu zweit alle Rähmchen anzuschauen, und wir brauchten auch zwei Durchgänge, bis L. schließlich die Königin fand (sie war ganz happy- bisher hatte sie noch nie eine Königin gesehen, und an dem Tag direkt zwei 🙂 ). Fast waren wir schon der Ansicht, die Königin niiiiiiie zu finden. Immerhin, beim zweiten Durchgang kamen wir dann auch mal auf die glorreiche Idee, die Rähmchen zu markieren, damit wir wisen was auf den Waben so los ist.

Als wir die Königin dann eeeendlich gefunden haben kam das Rähmchen wieder zurück in die Box- aber weit, weit weg von den anderen Rahmen und vor allen den anderen Bienen, damit die Königin nicht wieder auf eine neue Wabe umsteigt und alles umsonst war…

Dann ging es ans Umsiedeln. Schlau von uns, dass wir die Rahmen markiert hatten, so ließen sich die richtigen Waben leicht finden. Wir nahmen Waben, auf denen alles drauf war- das heißt Brut von Arbeiterinnen und Drohnen, in jedem Stadium vom Ei (Stift genannt) bis zur verdeckelten Brut. Eine Futterwabe gaben wir dazu, damit die Bienen auch erst mal genug Nahrung haben. Dann schüttelten wir noch Bienen von Waben in L.’s Box, denn es müssen ja auch genug Arbeiterinnen da sein um eine neue Königin nachzuziehen, Waben zu bauen, Brut zu füttern… den ganz normalen Bienenalltag aufrecht zu erhalten halt 😉

L. hängte einige leere Rahmen dazu, schob das Trennschied vor uns machte die Box zu. Meine Damen bekamen ebenfalls einige neue Rähmchen, damit sie loslegen können mit dem Innenausbau.

Die Box ist dann zusammen mit neuem Inhalt nach Hause gefahren, in Kellerhaft gesteckt (das hört sich immer so brutal an 😉 ), um dann wieder draußen aufgehängt zu werden. Die Bienen waren erst etwas verwirrt und aufgeregt, hatten sich dann aber bald mit der neuen Siruation abgefunden, wurde mir berichtet.

Der Plan ist jetzt, dass ihre neuen Bienen eine neue Königin heranziehen, indem sie  Umweiselzellen (also Notköniginnenzellen) bauen und die werdenden Bienen mit Gelee Royal füttern. Dann ist das abgezweigte Volk wieder komplett und kann überleben. Hoffen wir, dass es klappt!

Meine Bienen habe ich dann erst mal in Ruhe gelassen. Beim nächsten Check habe ich aber gesehen, dass sie munter weiter bauen, die leeren Rähmchen gut nutzen und sich wieder weiter ausbreiten. Und das trotz Kälte und Schneeregen… Bei der Durchsicht heute (bei der ich gute Hilfe des Nachbarjungen hatte 🙂 ) habe ich gesehen, dass alles gut ist. Alles ist da was benötigt wird, und die Damen haben noch weiter gebaut.

Miniimker

Jetzt summt es wieder ordentlich, und in der Sonne sind die Damen auch wirklich aktiv!

Bei uns also alles in Ordnung!

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7 Sachen #168

Erfunden von Frau Liebe,  gesammelt von Anita von GrinseStern: sieben Sachen, die ich mit den Händen gemacht habe!

1. Sache: Wischen

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OmaM zieht nächste Woche um, weil sie abgebaggert wird ihr Dorf demnächst dem Braunkohletagebau weichen muss. Damit alles, was mit kommt, auch ordentlich ist, haben wir – unter anderem- die Gartenstühle abgewaschen. Zu viert. Die vier Damen vom Grill, sozusagen.

2. Sache: Nüsse Sammeln.

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Omas Walnussbaum ist voll mit Nüssen. So lange er noch uns gehört sammeln wir wie die Weltmeister… Ist ein bisschen wie Ostereier suchen. Mit tarnfarbenen Ostereiern. Und welchen, die einem hin und wieder auf den Kopf fallen. Ostereiersuche extrem, also.

3. Sache: Bananen-Schoko Kuchen

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Als wir von Oma zurück kamen krochen mir unsere Bananen schon quasi entgegen, so reif waren sie. In der Schale waren sie aber noch super, nur eben sehr süß, weich und reif. Genau richtig um sie im Kuchenteig unterzurühren. War dann auch leckerer saftiger Kuchen, und mit Kaffee war es ein ziemlich perfektes Sonntagsnachmittagsessen.

4. Sache: Sonnensegel abbauen

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Man kann es einfach nicht leugnen, es ist Herbst, und die Tage, an denen wir draußen grillen und uns vor der Sonne schützen müssen sind eher vorbei. Also haben Superpapa und ich das große Mittelaltersegel, das wir im Garten stehen hatten, wieder abgebaut, zusammengefaltet und in den Keller verräumt.

5. Sache: Bienen zählen und Honig wiegen

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Es sind plusminus 13000 Bienen! Okay, vielleicht sollte ich eher schreiben: Bienenmenge schätzen, denn zählen…nunja, sagen wir so, damit wäre ich jetzt noch beschäftigt. Und vermutlich auch morgen noch… Honig sind etwa 10 Kilo, das ist für den Winter  zu wenig, ich muss den Bienen also noch etwas zufüttern. Schreibe jetzt auch noch mal bald etwas dazu, muss ja schließlich auch noch den Bienenkurs zusammenfassen!

6. Sache: Flammkuchen

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Oder, wie der große Sohn vor ein paar Jahren mal sagte: „Brennpizza“

7. Sache: Bienenrohprodukte herstellen

7sachen168_7Beim Bienenbegucken habe ich eine „unbewohnte“ Wabe herausgenommen und testweise einmal eingeschmolzen, gesäubert und wieder fest werden lassen. Das ist das in der Schüssel. Lasst Euch jetzt nicht in die Irre führen, nicht die gesamte Schüssel ist voller Wachs, es ist nur eine ganz dünne Schicht Wachs oben auf viel kochend heißem Wasser. Man braucht offensichtlich VIELE Waben, um eine Kerze herstellen zu können… Der Wodka steht daneben, weil ich noch etwas Propolis (also den „Klebstoff“ der Bienen) von der Wabe abgekratzt habe und mit Wodka aufgegossen habe. Propolistinktur soll das werden, da werde ich die Tage noch etwas mehr aus weiteren unbewohnten Waben hinein tun. Mit dem Wachs und der Tinktur werde ich dann bald wieder unsere Lippencreme rühren, denn das ist die einzige, die im Winter halbwegs verhindert, dass mein Mund rissig und mit Ausschlag gesprenkelt ist. Dieses mal dann „noch selbstgemachter“ als sonst, weil sogar die Inhaltsstoffe (von meinen Sklaven) selbstgemacht wurde ^^

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7 Sachen #166

Erfunden von Frau Liebe,  gesammelt von Anita von GrinseStern: sieben Sachen, die ich mit den Händen gemacht habe!

1. Sache: Bohnen geschnippelt

7sachen166_1Für Bohnensalat. Gestern habe ich mich noch gefragt, ob es ÜBERHAUPT etwas gibt, das Töchterlein gerne isst- also außer Pommes und gekaufte Chicken Nuggets- und heute  stellte sich heraus: Bohnensalat. Immerhin =)

2. Sache: Plaumenkuchen gemacht

7sachen166_7Zumindest vorbereitet, Superpapa hat ihn dann gebacken, ich war unterwegs!

3. Sache: Bienen gecheckt

7sachen166_3Krümel hat geholfen!

4. Sache: Bahnticket gekauft

7sachen166_6Heute war Imkerkurs, da fahre ich immer mit der Bahn hin.

5. Sache: Imkerkurs ^^

7sachen166_5Während des Kurses habe ich nicht geknippst, weil es so geregnet hat. Deswegen auch das Symbolbild hier: 4 Imkerblusen auf der Wäscheleine… (Ich nehme unsere überzähligen immer mit, weil nicht jeder einen Schutz hat)

6. Sache: Hühner füttern

7sachen166_4Auch nur ein Symbolbild, weil ich beim Füttern mit Küken kuscheln beschäftigt war 😉 Aber das Bild vom Töchterchen, das unser Huhn namens Erdbeere trägt, ist auch schön =)

7. Sache: Geduldsspiel repariert

7sachen166_2Krümel bekommt im Moment so ziemlich alles kaputt, was äußerst nervig ist. Immerhin konnte man das Spiel hier wenigstens recht einfach reparieren. Trotzdem: GRRRRRRRR!!!

Was ich heute NICHT gemacht habe: Kreuzchen!

Aber bevor hier jemand schimpft, dass es doch so wichtig ist und so: Ich habe natürlich Briefwahl gemacht. 😉 Ist mir immer lieber, dann muss ich am Wahlsonntag nicht in einen eventuell vollen Raum mit Leuten, die hinter mir Schlange stehen und mit dem Fuß tippen und darauf warten, dass ich ENDLICH in die Pötte komme…

 

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Imkerkurs, Varroabehandlung

Uppsi, schon wieder ne Weile her, dass der letzte Kurstermin stattgefunden hat, ich muss doch noch meine Hausaufgaben erledigen und meine Kursmitschrift aufarbeiten! Nicht, dass ich später alles vergesse…

Ich kam sehr zeitig im Neuland an… so zeitig, dass ich noch eine ganze Weile im Schatten der Bäume sitzen konnte und den schönen Tag genießen konnte! So hatte ich dann auch noch Zeit, Ideen zu sammeln für die Geburtstagsparty des großen Sohnes – die war heute, am Freitag, und es war ziemlich super 😉 Mehr davon später mal =)

Aber ich schweife ab, bevor ich anfange!

Zu den Fotos: Anklicken macht wie immer das Foto größer und nicht so unscharf, sondern gut und klar erkennbar!

Als alle eintrudelten, suchten wir uns einen Ort, an dem wir uns zusammen hinsetzen konnte. Zuerst erzählte Frank uns allgemein ein paar Sachen, die Ende Juli bei den Bienen so passieren.

Die Tracht, also die Blüten und die Pollen, die die Bienen sammeln können, wird weniger. Es gibt also allgemein weniger Futter zu finden. Trotzdem sammeln die fleißigen Damen natürlich weiter- und auch gerne mal bei anderen Völkern.

Wenn ein schwaches Volk sein Heim nicht genug verteidigen kann, kann es sein, dass ein anderes Volk sich den Honig klaut. Räuberei heißt das, und es ist für so ein geschwächtes Volk eigentlich das Todesurteil. Das raubende Volk wird das schwache Volk komplett leer räumen, und es bleibt den Bienen des schwachen Volkes nur noch die Möglichkeit, sich in andere Völker „einzubetteln“- also zu versuchen, in einem anderen Volk aufgenommen zu werden.

Eine Kursteilnehmerin hatte tatsächlich einen Fall von Räuberei, ich habe netterweise die Erlaubnis bekommen, die Fotos zu veröffentlichen! Danke an Lisa dafür! Man sieht: Keine Bienen mehr da. Alle weg, die Waben leer. Und der gesamte Honig ist weggefuttert.

Räuberei02Hier sieht man noch mal deutlicher, wie die Waben regelrecht aufgerissen wurden!

Räuberei01Um der Räuberei vorzubeugen kann man das Einflugloch der Beute verkleinern. Bei der Bienenbox geht das mit der mitgelieferten Fluglochverkleinerung, die einfach nur eingeschoben wird. So haben die Bienen bessere Chancen, eventuelle feindliche Bienen abzuwehren.

Bei der Honigernte ist peinlich genau darauf zu achten, dass kein Honig verkleckert, denn andere Bienen riechen das, finden es, und teilen es dann dem gesamten Volk mit. Und dann geht es rund…

Die Fluglochverkleinerung hilft den Bienen übrigens auch, sich gegen Wespen zu verteidigen. Die Wespen spazieren nämlich sonst einfach hinein und fressen Bienen… Das habe ich sogar die Tage beobachtet: Eine  Wespe  und eine Biene kämpften, irgendwann hatte die Biene offensichtlich verloren. Die Wespe fing genüßlich an, Kopf und Beine abzutrennen, um sich dann am Filetstück gütlich zu tun.

Wow. Das war ein Anblick… Ich dachte ja, dass die Wespen nur hinter dem Honig her sind, aber offensichtlich schmecken Bienen auch echt gut…

Dann die Varroa.

Mistbiester! Diese Viehcher machen unseren Bienen das Leben schwer. Man wird es zwar nie schaffen, diese Milbe komplett aus der Beute herauszubekommen, aber man kann den Bienen helfen, dass die Schädlinge nicht die Oberhand gewinnen.

Aber erst einmal muss man immer mal wieder den Befall, den sogenannten Varroendruck, mit der Gemüllwindel überprüfen. Wie das geht schrieb ich ja schon mal hier! Wenn man dann bemerkt, dass viele Milben da sind (viele heisst schon, dass nach einem Tag etwa 5 Milben zu sehen sind), dann muss man etwas tun! Aber was?

Zuerst gibt es einmal die Broschüre „Varroa unter Kontrolle“. Da gibt es viele wertvolle Tipps! In der Broschüre ist wirklich alles wichtige erklärt!

Dann gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Das Herausschneiden der Drohnenbrut
  • Ablegerbildung
  • Behandlung mit Thymol
  • Behandlung mit verschiedenen Säuren

Arbeiten wir das doch alles mal ab:

Herausschneiden von Drohnenbrut. Drohnenbrut braucht ein paar Tage länger, um sich vom Ei bis zur fertigen Biene zu entwickeln. Somit ist die Brut der Drohnen auch länger mit einem Wachsdeckel verschlossen als das bei den Arbeiterinnen der Fall ist. Perfekte Bedingungen für die Milben, die es auch gerne kuschelig haben, und denen es entgegenkommt, länger Zeit zu haben sich zu entwickeln.

Pro: Man kann den Varroendruck senken, ohne Chemie zu verwenden.

Contra: Es ist eine ziemliche Sauerei, und natürlich auch ein Massenmord. Außerdem, auch wenn die Drohnen außer dem Hochzeitsflug scheinbar nichts anderes zu tun haben und „faul“ in der Beute herumlaufen, ist es doch wahrscheinlich, dass die Drohnen noch weiter von Nutzen sind. Die genaue Rolle im Volk ist zwar noch nicht geklärt, aber wahrscheinlich spielen sie für das Sozialleben der Bienen durchaus noch eine Rolle. Oder, wie sagte Frank einmal: Jungs kann man ja auch ab und zu mal gebrauchen!

In der Bienenbox und auch bei allen anderen wesensgemäßen Bienenhaltungen ist es außerdem auch gar nicht so einfach, die Drohnenbrut rauszuschneiden, weil die Waben für die Drohnen in der Mitte liegen. In den konventionellen Beuten gibt es im Gegensatz dazu für den Drohnenwabenbau einen vom Imker vorgegebenen Platz, den die Bienen ausschließlich zur Drohnenaufzucht nutzen, da ist das Ausschneiden dann einfacher.

Trotzdem… die armen Bienen!

Ableger bilden Ööööhm… also, jetzt muss ich sagen, dass ich grade gar keine Ahnung habem wie das funktioniert. Habe nur aufgeschrieben: Ableger bilden. Na toll. Werden die Ableger behandelt? Wird der Varroendruck einfach nur so kleiner, wenn man einen Ableger des Volkes macht? Ich habe es vergessen und muss es herausfinden. Bis es soweit ist, wisset: Ableger machen ist eine Methode bei der Varroabehandlung!! 😉

Behandlung mit Thymol

Thymol ist ein Bestandteil aus dem ätherischen Öl, das aus Thymian (unter anderem) gewonnen wird. Das Thymol tötet die Varroamilben zwar nicht, aber es bewirkt, dass die Sinne der Mistviehcher gestört werden. So können sich die Milben nicht fortpflanzen.

Pro: Es ist ein natürlicher Wirkstoff, der nicht giftig ist.

Contra: Der Geschmack und die Farbe des Honigs kann sich verändern. Frank erzählte, dass die Völker, die mit Thymol behandelt wurden, plötzlich grünen Honig hatten, der leicht minzig schmeckte. Das ist wie gesagt nicht schlimm oder giftig, aber wenn man nach Honig schmeckenden und wie Honig aussehenden Honig haben möchte, dann ist das nicht das Mittel der Wahl.

Behandlung mit verschiedenen Säuren

Imkerkurs3_01Zur Behandlung benutzt man Oxalsäure, Milchsäure oder Ameisensäure. Außerdem steht dabei noch „Bienenwohl“, das ist eine Mischung aus verschiedenen Inhaltsstoffen.

Für alle Behandlungen mit Säure gilt: Die Behandlung erfolgt über Verdunstung. Dazu muss die Temperatur hoch genug sein, damit es auch zur Verdunstung kommt. Die Temperatur darf aber auch nicht über eine bestimmte Temperatur steigen, weil es sonst zu Verätzungen bei den Bienen kommen kann.

Man kann herausfinden, ob das Wetter mitspielt, in dem man das richtige Varroawetter im Internet herausfindet. Hier gibt man seine Postleitzahl ein und findet heraus, ob es zu warm, zu kalt oder genau richtig ist für eine Behandlung!

Der Boden muss während der Behandlung in der Box sein, damit die verdunstenden Säuren auch wirken können.

Zu den einzelnen Säuren.

Oxalsäure wirkt nur an den Bienen, jedoch nicht an der Brut. Deswegen ist die Behandlung mit Oxalsäure bei neuen Schwärmen geeignet, denn die haben ja noch keine Brut, oder bei Ablegern.

Wenn man sein Volk mit Oxalsäure behandeln möchte, wartet man darauf, dass der erste Bodenfrost auftritt. Die Königin wird dann aufhören, Eier zu legen. Nach 2-3 Wochen sind alle Bienen geschlüpft, und es entsteht keine neue Brut.

Dann kann man mit der Behandlung anfangen: Die Säure wird entweder per Sprühflasche gesprüht, oder mit einer Träufelflasche eingeträufelt.

Milchsäure muss verdünnt aufgebracht werden, und kommt ebenfalls in ein brutfreies Volk. Zur Herstellung von Demeterhonig, also in Bioqualität, ist die Behandlung mit Milchsäure auch zugelassen.

60%ige Ameisensäure  ist bei Frank die Milbenbehandlung der Wahl. Bienen produzieren selber Ameisensäure, um sie in den Honig zu geben, damit der sich länger hält. Natürlich ist die Konzentration und die Menge der Säure eine ganz andere, als das, was wir den Bienen zumuten müssen. Ameisensäure tötet Milben! (HARRHARR!!!)

Zuerst muss der zu erntende Honig aus der Box heraus, dann werden die Bienen angefüttert. Mit Zuckerwasser aus weißem Zucker, mit kleinen Rettungsringen für die Bienen, damit sie nicht ertrinken! (Rettungsringe: Korkscheiben oder so, oder Stöckchen).

Dann wird behandelt!

Entweder geht das über die Schwammtuchmethode. Dabei wird  auf ein vorgewaschenes Küchen-Spül-Schwammtuch  4 ml von der Säure geträufelt, das dann in die Box hinein kommt. Das gilt zumindest für eine konventionelle Beute, wie die Menge bei den kleineren Ausmaßen in der Bienenbox ist wusste Frank noch nicht, das ist noch herauszufinden. Und ob die Schwammtuchmethode für die Bienenbox überhaupt geeignet ist, muss ich noch herausfinden!

Dann gibt es auch Verdunster, die eine Vorratsflasche haben, wie zum Beispiel der Nassenheider Verdunster.

Imkerkurs3_02 Imkerkurs3_03Das ist quasi eine Vorratsflasche, die langsam Säure abgibt über einen Docht.. Man kann sie entweder in eine Beute hineinlegen, was aber bei der Bienenbox nicht gut funktioniert, weil nicht genug Platz vorhanden ist. Dann kann man aber auch einen solchen Verdunster in ein Rähmchen einbauen und zwischen die Rahmen mit den Waben hängen.

Nach den ganzen Informationen gingen wir erst einmal an die Bienen. Der Neulandschwarm in der Bienenbox ist ja einen Tag vor Gracia in die Box eingezogen, deswegen war ich sehr gespannt, wie es da aussehen würde.

Imkerkurs3_04Ich wurde wirklich überrascht: Alles voller Honig! Viele, viele Rähmchen sind vollgefüllt. Dafür ist die Brut weniger geworden, denn gegen Ende des Sommers verkleinert sich das Volk. Es gibt schließlich sowieso nicht mehr so viel Tracht zu Sammeln! Bei Gracia ist es übrigens noch umgekehrt: Es gibt noch wahnsinnig viel Brut, und vergleichsweise wenig Honig.

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Dann guckten wir noch einmal nach den Stiften- also den Eiern. Das ist nicht ganz einfach, weil die so winzig sind, also haben wir das „geübt“. (Ich habe bei meinen Bienen schon Stifte gesehen, deswegen habe ich den anderen den Vortritt gelassen, kenne ich ja schon!)

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Niedlich waren aber die zwei schlüpfenden Bienen, die aus den Waben herausschauten!

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Bevor wir die Box wieder verschlossen nahm Frank einen mit Honig gefüllten Rahmen heraus und schüttelte die Bienen ab. Die Waben packte er dann ein, daran wollte er uns die Honiggewinnung zeigen.

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Weiter ging es! Wir wanderten zu Franks Garten, wo er noch ein paar Völker stehen hat. Dort lasen wir die Gemüllwindel aus und stellten fest: Viele Milben, es ist dringend notwendig, bald zu behandeln!

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Noch ein bisschen wanderten wir, bis zu Franks Wohnung! Als erstes schnitt er die Waben aus dem Rahmen!

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Probierzeit!! Alle durften mal Wabenhonig löffeln! Lecker!

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Wenn Bienen wesensgemäß gehalten werden, also ihre eigenen Waben bauen dürften, ohne dass ihnen die Wabengröße durch Mittelwände vorgegeben wird, dann kann man den produzierten Honig nicht aus den Waben schleudern. Die Waben würden zerbrechen und der Honig könnte nicht herausgeschleudert werden. Also muss der Honig entweder herausgepresst werden, oder man lässt ihn in der Wabe und nimmt bei Bedarf etwas davon.

Herauspressen hat Frank uns mal vorgeführt:

Imkerkurs3_13Zerschneiden…

Imkerkurs3_15 …zermatschen…

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…und durch ein Sieb laufen lassen! Und der Honig, der da herausläuft, ist toll!!

Der Honig läuft übrigens auch schon so aus den Waben und siehr großartig aus!

 

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Umherauszufinden, ob der Wassergehalt im Honig stimmt, benutzt man ein Refraktometer.

Imkerkurs3_17 In dem Fall hier ist es ein verschwommenes Refraktometer…

Man muss den Wassergehalt messen, wenn man den Honig verkaufen möchte, da gibt es Richtlinien. Wenn der Wassergehalt zu hoch ist, dann ist der Honig nicht lagerfähig und beginnt zu gären. Unser geernteter Honig hatte laut Refraktometer einen Wassergehalt von 15%, was sehr gut ist! Bis 18% ist wohl erlaubt.

Aber der Honig sollte ja nun nicht verkauft werden, sondern nur zum zeigen, probieren, üben. Die restlichen Stücke wurden dann noch auf die Kursteilnehmer verteilt,die Lust auf Honigwaben hatten, und damit war es dann auch schon zuende!

Viel gelernt, und spannend wie immer!

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Lange nichts mehr…

…von den Bienen berichtet!

Ja, sie sind noch da, und es scheint ihnen gut zu gehen!

Oder, wie Superpapa gerne fragt: „Alle noch da?“, und ich antworte: „Jep, alle da, ich hab gezählt!“

Durch Urlaub und Hitze und Sommerferien und sooooo viel los hier habe ich das letzte Mal vor anderthalb Wochen kontrolliert, und bin heute mit einem etwas schlechten Gewissen hingegangen. Aber sie haben mich nicht vermisst und fröhlich weiter gebaut 😉 (Gut so!!)

Mittlerweile expandieren sie nicht mehr, sie sitzen auf… öööhm…. 17?18? Rähmchen und bauen nichts neues mehr an. Nachwuchs produzieren sie aber weiterhin en masse, darüber muss ich mir keine Sorgen machen! Die letzten 2-3 Rähmchen, auf denen aber auch gar nicht so riesige Waben drauf sind, sind nur noch mit Honig gefüllt, sie sammeln also schon für den Winter. Schlaue Tierchen!

In den letzten anderthalb Wochen haben sie aber fröhlich Propolis verbaut, alle Rähmchen, die Juteabdeckung und die Seitenwände waren ziemlich zugeklebt. Und da komme ich einfach und reiße wieder die Rähmchen auseinander…neeeneeeneee….

Dinge, die mir in der letzten Zeit aufgefallen sind: das Volk Gracia denkt wohl, es sei eine Motte! Auf den Rähmchen liegt eine Juteabdckung, die ist teilweise angefressen, mit schönen, kreisrunden Löchern, von Propolis umsäumt. Noch ein paar davon, und ich kann die Abdeckung als hübsche Hardanger Stickerei verkaufen! (und müsste dann eine neue Juteabdckung auflegen 😉 )

Dann kam neulich ein Anruf: “ EURE Bienen sitzen an UNSEREM Pool und trinken einfach, Frechigkeit!“ Zum Glück war das nicht ganz so ernst gemeint (denn es waren doch mehr Wespen, Hummeln, Fliegen und auch ein paar Bienen), aber es hat mir ganz gezeigt, dass ich in unserem Garten in der heißen Zeit deutlich mehr Wasserquellen aufstellen muss. Die eine vor der Beute reicht einfach nicht, und die Wasserquelle bei den Hühnern, nutzen die schlauen Bienen nicht- wollen ja nicht gefressen werden! (Die Nachbarn haben jetzt aber zur Durchführung einer statistischen Erhebung, wie viele von UNSEREN Bienen denn nun an ihrem Pool trinken, gefordert, einfach allen Bienen einen roten Punkt auf den Rücken zu machen, komm, das müsste doch gaaaaanz einfach gehen!! 😉 )

Wenn ich den Smoker benutze, um die Bienen ein bisschen einzuräuchern, benutze ich gar nicht das mit der Imkerausrüstung mitgeschickte Rauchkraut und die Anzünder, ich gehe in den Hühnerstall und hole Sägespänestreu aus dem Stall. Mit etwas Pappe zünde ich es an, und es brennt- bzw es qualmt- sehr gut und vor allem ausdauernd. Das Rauchkraut habe ich einmal getestet, aber die Bienen zeigten sich völlig unbeeindruckt davon. Obwohl es gequalmt hat haben sie einfach weiter gemacht wie vorher, und wurden auch sehr schnell ärgerlich, wenn ich mich den Waben genähert habe. Nach dem Rauchkrauttest habe ich mich auf Imkerseiten umgesehen, und auf einer war dann eben der Tipp, Sägespäne zu benutzen. Naja, müssen unsere Hühner eben etwas abgeben 😉

Überhaupt, die Hühner! Wenn man deren Gehege betritt, kommen sie alle sofort angelaufen und wollen etwas zu Essen. Denn sie verhungern, keine Frage, sie wurden heute noch nicht gefüttert! Bestimmt nicht! Also, egal, wie oft man ihnen an dem Tag schon Futter gegeben hat 😉 Wenn ich aber mit der Schutzausrüstung und dem Smoker ins Gehege gehe, um etwas Sägespäne zu besorgen, laufen sie immer ganz misstrauisch in einem Bogen um mich herum, wissen nicht genau, ob ich ein Futterspender bin, oder doch nur ein Außerirdischer, oder ein Monster? Sehr praktisch jedenfalls, denn durch den Schleier sehe ich nicht ganz so gut, und habe eh keine Lust, über aufgeregte Hühner zu stolpern!

Was mir noch aufgefallen ist: Ich habe immer noch Angst vor Bienen. Nicht vor einzelnen, die an mir vorbei fliegen, oder neben mir herumkrabbeln, das mag ich gerne und ich finde Bienen ja auch echt süß. Ich traue mich aber einfach nicht, kleine Kontrollen ohne Schutzkleidung im Gewusel der Bienen zu machen. „Echte Imker“ machen das, auch für die eine oder andere Arbeit an der Beute- aber ich nicht. Ich habe eine extreme Panik davor gestochen zu werden, denn ich bin bisher in meinem Leben noch NIE gestochen worden. Ich würde es nur ungerne jetzt mal ausprobieren…Mit Schutzkleidung allerdings ist das gar kein Problem. Da bin ich entspannt und weiß, dass mir nichts passieren kann. Meine Handschuhe wurden auch schon ein paar Mal gestochen, aber an mich ist nichts dran gekommen. Toller Imker bin ich, mit Angst vor Bienen 😉

Abschließend stelle ich fest: Der Imkeranzug schützt vorm dick werden! Habe heute den Anzug angezogen, und dann versucht ein Stück Schokolade zu essen. Das war nicht von Erfolg gekrönt 😉 (Wenn man aber die Schokolade unter der Imkerbluse nach oben durch schiebt, kann man auch so Süßkram essen, und jeder Dickmachschutz ist für die Katz!)

Sonntag dann wieder Imkerkurs! Es geht um die Bekämpfung der Varroamilbe, und da ich bei den Kontrollen doch schon die ein oder andere entdeckt habe bin ich sehr gespannt, was zu tun ist!

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Alles voller Kerle!

Neulich bei der Ducrhsicht der Bienenbox gab es für mich einen Schock- naja, zumindest einen ordentlichen Schrecken.

Ich sah nach wie sich die Bienen so machen- und fand nur Drohnenbrut. Oh Schreck! (Etwas unscharfes Bild, die buckeligen Zellen sind die Drohnenbrutzellen, Klick macht aber glaub ich alle Bilder größer)

Drohnenpanik01

Ich habe im Kurs gelernt, dass ein Volk dem Untergang geweiht ist, wenn es nur noch Drohnenbrut produziert. Das liegt daran, dass es wegen schlechter Witterung nicht zu einer Begattung der Königin kommen konnte, oder eine Arbeiterin wurde zu einer Königin „umfunktioniert“ und legt nur unbefruchtete Eier- woraus die Drohnen entstehen. Der Schwarm ist also nicht mehr lebensfähig.

Ich fragte das Internet um Rat- sozusagen- und auch da fand ich nur: Tja, Pech gehabt! Ich war schon ganz traurig, dass ich schon nach wenigen Wochen den ersten Völkermord an den Bienen auf dem Gewissen haben würde, fragte aber zur Sicherheit noch einmal in der Emailliste des Kurses nach.

Unser Kursimker beruhigte mich direkt- ich solle doch noch mal in Ruhe ganz genau gucken, vielleicht habe ich vor lauter Schreck ja erst mal nur die normale Brut übersehen. Er wäre sich sicher, dass alles gut ist. Außerdem, die Jungs bräuchte man ja irgendwie auch, oder?

So beruhigt ging ich am nächsten Tag wieder nachsehen. Und siehe da, meine Panik war absolut unbegründet. Obwohl ich in sehr vielen Rahmen sehr viel Drohnenbrut fand, gab es doch auch viele Rahmen mit Arbeiterinnenbrut- hier auf dem Bild kann man am Pfeil die Larven ganz gut erkennen, zusammengerollt in den Waben. Außerdem sieht man unten in den Waben Pollen, der unter anderem Lila ist- witzig!

Drohnenpanik02

Andere Rähmchen waren dann so voll von Arbeiterinnenbrut, dass ich gar nicht weiß, wie ich das am Vortag übersehen konnte… da muss irgendwie die Panik mein Denkvermögen ausgeschaltet haben…

Drohnenpanik03

Viel Drohnenbrut bedeutet auch, dass es viele Drohnen gibt. Die hatte ich ja bisher noch nie  gesehen, jetzt hatte ich aber Gelegenheit sie genau anzusehen. Drohnen sind um einiges größer als Arbeiterinnen, und haben riesengroße Augen, die ihnen beim Paarungsflug helfen, die Königinnen zu erkennen, die sie zu begatten haben.

Drohnenpanik04

Die Drohnen laufen auf den Waben umher und lassen sich ein Weilchen füttern, zumindest so lange, bis die Bienen beschließen, dass Drohnen nicht mehr gebraucht werden. Dann gibt es ein Massenschlachten, und die armen Kerle können sich nichtmals wehren, weil sie keine Stachel haben…

Noch laufen die allerdings herum, so dass Gracia im Moment  ihre maskuline Seite genießen kann.

Der Abschlussblick: Alles in Ordnung, ich bin keine Völkermörderin!

Drohnenpanik05Sehr beruhigend!

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Kindergeburtstag mit Bienen

Töchterleins 7 1/2ten Geburtstag feierten wir im Garten, quasi direkt neben der Bienenbox.

Ich habe den meisten Eltern gar nicht gesagt, dass wir Bienen haben, weil ich es ganz einfach vergessen hatte. Bienen zu haben ist für mich mittlerweile sowas von normal, und auch dass die Kinder angstfrei einfach drumherum spielen. Aber als dann die Gäste ankamen fiel mir ein, dass ja vielleicht auch panische Kinder dabei sein könnten- oder, schlimmer, panische Eltern 😉

Als alle Kinder da waren trommelte ich sie an der Box zusammen und erklärte erst einmal die Regeln. Ich hatte mit einem Balken auf dem Boden eine gut sichtbare Linie gemacht, als Grenze. Ich erklärte den Kindern, dass sie nicht vor das Flugloch laufen sollten, und, weil ihre Flugbahn bei uns auch tatsächlich hinter der Box verläuft, am besten gar nicht weiter ran gehen. Man weiß ja nie, wie die Kinder so reagieren, wenn sie in Horden herumbalgen 😉

Da die Hauptspielzone sowieso weiter vorne im Garten war, kamen sich Kinder und Bienen auch nicht weiter in die Quere.

Als die Kinder gegen Ende der Party müdegespielt und sattgefuttert waren, aber noch etwas Zeit übrig war, holte ich meine Imkerausrüstung hervor und öffnete für die Gäste die Bienenbox.

Ich wies die Kinder an, erstmal hinter der Balkenlinie zu bleiben, falls die Damen in der Box ärgerlich über die Störung würden, da ich aber vorsichtshalber wieder Rauch verwendete, waren die Bienen sehr ruhig.

Als ich die Box geöffnet habe und die Juteabdeckung zu Seite geschlagen habe durften die Kinder erst einmal nacheinander von oben in das Gewusel hinein sehen, was schon beeindruckend für sie war. Die kleineren hob ich hoch, die größeren konnten bequem selber schauen.

Bienenkinder03Die Kinder dachten, damit sei alles vorbei, und wollten spielen gehen, aber sie kamen ganz schnell wieder angelaufen als ich sagte, dass ich jetzt die Waben herausnehmen würde!

Ich nahm Waben von verschiedenen Stellen, und konnte tatsächlich alles zeigen, alles war dabei. Arbeiterinnenbrut, Drohnenbrut, Pollen (unter anderem in lila 😉 ),  Honig und auch ganze Waben nur mit Honig gefüllt (die Vorratshaltung hat offensichtlich angefangen !!). Und sogar Spielzellen, also große, ausgebeulte Zellen, die mich immer erst mal in Schrecken versetzen, weil ich denke, jetzt kommen die Weiselzellen, die den Schwarmtrieb eines Volkes zeigen…

Bienenkinder02Ganz schnell konnten die Kinder die verschiedenen verdeckelten Zellen auseinander halten und saugten jede Information auf. Dafür, dass sie den ganzen Nachmittag im Freien in der Sonne getobt hatten waren sie überraschend ruhig und aufmerksam- und kein bisschen ängstlich! Als der Krümel, der das ja alles schon kennt, immer näher heran kam, musste ich ihn und einige andere doch wieder etwas zurück schicken, damit sich die Kinder nicht vor dem Flugloch herumtummeln.

Ich kann nur sagen: Kinder und Bienen sind eine tolle Kombination! Keine Unfälle, keine Kinder gestochen worden, keine Todesfälle bei den Bienen (Ich glaube, ich habe sogar ausnahmsweise keine gequetscht… o.O ). Nur großes Interesse, gute Fragen, und schlauere Kinder hinterher!

Bienenkinder01Danke übrigens an Jana für die  tollen Fotos!! (Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen habe ich nämlich selber davon keine Fotos gemacht 😉 )

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7 Sachen #161

Erfunden von Frau Liebe,  gesammelt von Anita von GrinseStern: sieben Sachen, die ich mit den Händen gemacht habe!

1. Sache: Margarine portionieren

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Wir waren seit Donnerstag auf einem mittelalterlichen Zeltlager, und nach dem Aufräumen war sehr viel an Lebensmitteln übrig. Wir wurden dann mal mit massenhaft Margarine (und noch viel mehr Zeug) bedacht. Die Margarine wurde jetzt portionsweise eingefroren. (Und bei der Aufschrift der Dose habe ich mich kurz gewundert, warum da was mit „Bi-Strom“ steht- aber Argarine läuft offensichtlich mit Doppelstrom. Klar, oder? (Die Clown war lecker, schmeckte aber etwas komisch 😉 ) )

2. Sache: Dem Krümel Möhren und Schälmesser gereicht

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Damit er sich sein Gemüse selber schälen kann!

3. Sache: Aufräumen

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VIEL Aufräumen… Hier auf dem Bild ist es aber schon gar nicht mehr so schlimm (Mittelalterfeste bringen immer viel Kram zum Aufräumen mit sich…)

4. Sache: Abendessen im Restaurant

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Diesmal „nur“ ein Salat (der so groß war, dass der Superpapa die Hälfte abbekam…)

5. Sache: Eiskaffee im Eiscafé

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Und Eisportionen für den Rest der Familie! Oma M wurde fast von ihrer Portion besiegt, bekam aber tapfere Mitstreiter, und zu dritt haben sie Omas Portion fertig gemacht!

6. Sache: Qualmen

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Ich habe heute nochmal in die Bienen geschaut. Habe mich ein bisschen erschrocken, weil seeeeehr viel Drohnenbrut in der Box zu finden ist, außerdem auch eine Menge Drohnen. Das KANN ein schlechtes Zeichen sein… aber genaueres werde ich heute abend nachsehen.

Immerhin habe ich festgestellt, dass die Bienen tatsächlich DEUTLICH ruhiger werden, wenn sie angequalmt werden- das war ein sehr viel angenehmeres Arbeiten als vorher!

7. Sache: Noch ein Eis. Und The Arrow.

7Sachen161_07Gute Kombination!

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Bienenbücher für Kinder

Ich gehe zum Imkerkurs, aber wie können die Kinder Informationen über die Bienen bekommen? Man kann ja viel am lebenden Beispiel erklären, aber viele Sachen sind eben nicht so einfach mal erzählt. Also habe ich nach Büchern geguckt, die das Thema Bienen und Bienenhaltung anschaulich erklären.

Das erste Buch, das ich Euch zeigen möchte, heisst kurz und knapp „Die Biene“, von Meyers-Kinderbuch. Klare Ansage, es geht um die Biene ^^

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Das Buch ist ein Kinder-Sachbuch, das mit detailgetreuen Bildern, aber leicht zu verstehenden, kurzen Sätzen das Leben der Honigbiene beschreibt. Die wichtigsten Themen werden kurz angesprochen, dabei wird allerdings nicht so ganz ins Detail gegangen- das Buch ist schließlich für Kinder ab 3 Jahren konzipiert.

Die Bilder sind zwar detailliert, aber trotzdem übersichtich gehalten, mit dem Blick fürs Wesentliche. Überflüssiges und Ablenkendes ist nicht dabei. Die Kinder können sich gut auf das Buch konzentrieren.

Die Seiten sind für kleine Kinder auch aus robuster Pappe gehalten, und immer wieder sind Seiten aus stabiler bedruckter Folie dabei, durch die man teilweise hindurchsehen kann. Damit kann Bilder auf manchen Seiten verändern, um die  Veränderung bei den Bienen zu verdeutlichen.

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Für kleine Kinder ein guter, informativer Einstieg, wie ich finde!

Das zweite Buch ist aus der „Ich habe einen Freund“-Reihe, in dem Berufe vorgestellt werden. Hier also: „Ich habe einen Freund, der ist Imker“, von Ralf Butschkow.

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Wie man schon am Titel leicht erkennen kann geht es natürlich auch um die Biene, aber vielmehr um das, was der Imker macht. Es werden Ausrüstungsgegenstände gezeigt, wie sie benutzt werden und natürlich hauptsächlich, wie man Honig gewinnt und Wachs verarbeitet. Die lästigen Pflegesachen wie Milbenbehandlung oder Krankheitsprävention werden nicht erwähnt, was ich etwas schade finde, weil es ja doch eine wichtige Aufgabe des Imkers ist. Müsste ja nicht ausgewalzt werden, aber so als lustige „Und guck mal, man muss sich auch um die Bienen kümmern“ Seite wäre es nicht verkehrt gewesen.

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Trotzdem finde ich das Buch schön für Kinder, es macht jedenfalls Lust darauf, sich damit einmal zu befassen. Und wenn man sich dann damit befasst, kann einem ja ein Imker zeigen, dass eben auch Pflegeaufgaben dabei sind 😉

Das dritte Buch in meiner Reihe heisst „Wie lebt die kleine Honigbiene?“ von Friederun Reichenstetter und Hans-Günther Döring.

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Es ist eine Mischung aus Sachbuch und Bilderbuch und startet damit, dass die Protagonistin, das Bienenkind, ausschlüpft. Wir beobachten also das Bienenkind, wie es im Bienenjahr die verschiedensten Aufgaben übernimmt, bis es im Winter in der Behausung- naja, überwintert. Die Geschichte wird immer wieder kurz unterbrochen, indem Fragen zum Text gestellt werden die für den Vorlesenden praktischerweise schon beantwortet sind, falls man sich selber nicht zugehört hat 😉 Das finde ich gut gelöst, denn so kann man über die Informationen aus dem Text noch einmal nachdenken und sie so verinnerlichen.

Links und rechts neben dem Text der Geschichte sind immer noch Boxen oder Seitenstreifen, in denen weitere Informationen in Sachbuchart stehen. Das finde ich ebenfalls geschickt gelöst, denn so ist das Buch tatsächlich auch etwas für ältere Kinder. Die Geschichte selber ist nämlich eher für kleinere Kinder gedacht, so kommt es mir vor: Wir sollen uns mit unserer Freundin, dem Bienenkind, identifizieren- nix, woran der große Sohn noch wirklich Spass hätte. Trotzdem ist aber noch viel Information in der Geschichte.

Bei der Identifikation mit dem Bienenkind liegt dann auch mein Kritikpunkt an dem Buch: Es wird suggeriert, dass so ein Bienenkind jahrelang glücklich in seinem Volk lebt und bald alle Arbeiten verrichten kann. Dass so eine Biene nur etwa 35 Tage lebt, und das liebe süße Bienenkind überhaupt nicht all die Abenteuer erleben kann, die in dem Buch stehen, wird nicht erwähnt. Das ist jetzt nicht weiter schlimm, denn ansonsten ist das Buch wirklich informativ, wäre aber trotzdem schön gewesen wenn man es am Randtext erwähnt hätte.

Oh, und toll an dem Buch ist auch, dass es auf CD als Hörbuch dabei ist- die Geschichte zumindest, die Sachinformationen lassen sich eher schlecht vertonen. Wir haben die CD alle zusammen im Auto gehört auf einer etwas längeren Fahrt und sogar Superpapa hat noch was dazu gelernt =)

Bienenbuch06Die tollste Stelle an dem Buch ist allerdings- laut meiner Kinder- der Part, an dem der Imker den Schwarm einfängt: „Hilfe, was kommt denn da für ein Ungeheuer? Ein Imker!“

Mama ist jetzt ein Ungeheuer… 😉

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7 Sachen #159

Erfunden von Frau Liebe,  gesammelt von Anita von GrinseStern: sieben Sachen, die ich mit den Händen gemacht habe!

1. Sache: Wattebällchen verteilt

7Sachen159_01Ich habe ein neues „Belohnungssystem“ eingeführt. Wenn die Kinder freiwillig und ohne Aufforderung etwas tun um jemandem zu helfen, dann bekommen sie ein Wattebällchen in ihr Glas. Wenn 15 Wattebällchen im Glas sind, dann darf sich das betreffende Kind etwas aussuchen- keinen Gegenstand, sondern etwas zusammen machen, ganz nach Wahl des Kindes. Ich war mir nicht ganz sicher, ob das ankommt… und war ganz überrascht, dass es eingeschlagen ist wie eine Bombe. Der große Sohn hat den ganzen Tag geholfen, richtig toll, und er ist JETZT schon bei 12 Wattebällchen…

2. Sache: Aufgabenkärtchen schreiben

7Sachen159_02Die Kinder haben jeden Tag Aufgaben im Haushalt zu machen. Bisher hatten wir festgelegte Aufgaben für jedes Kind, das passte dann aber irgendwann nicht mehr und es gab nur Gemotze. Also haben wir uns heute zusammen überlegt, was wir für Aufgaben haben und wer welche Aufgaben machen kann- der große Sohn kann schließlich schon mehr als der Krümel.

3. Sache: Schätze ausgepackt

7Sachen159_03Oma M hat mir eine Keksdose geschenkt, und sagte, sie sei sich nicht sicher, ob ich es brauchen kann… könnte ich auch wegwerfen… aber als ich öffnete sah ich, dass die ganze Dose voller Knöpfe war! Ein echter, echter Schatz! Ich habe früher Knöpfe gesammelt, aber dann irgendwann alles WEGGESCHMISSEN (kann man sich das vorstellen… o.O ). Seit ich Nähe verfluche ich mich dafür…. Jetzt habe ich wieder eine ganze Dose voll, und der große Sohn ist vom Knöpfe sammeln und sortieren genau so begeistert wie ich es damals war. Und Oma M freut sich, dass ihre Knöpfe hier gut aufgehoben sind!

4. Sache: Kuchen backen und essen

7Sachen159_05Eigentlich wollten wir heute zur anderen Oma und zum Opa fahren, aber unser Auto ist in der Werkstatt -nix kaputt, nur ein paar neue Dinge müssen dran. Das hat wegen vielerlei Faktoren seeeehr lange gedauert- bzw dauert auch noch an-dass wir nicht fahren konnten. Der Erdbeerkuchen, den ich mitnehmen wollte, musste dann natürlich trotzdem gemacht werden, und natürlich auch gegessen. OmaM war seeeehr großzügig beim Schneiden der Stücke, und so gab es Riesenportionen für alle! *hmmmm*

5. Sache: Mal eben Platz für die Fahrräder gemacht

7Sachen159_06Seit wir de Terrasse gemacht haben stand in der Garage noch ein riesiger Sack Splitt im Weg herum, die Fahrräder passten kaum noch hinein, zumindest nicht, wenn auch noch ein Gehweg frei bleiben sollte. Also wollte ich den Splitt wegräumen, in unser „Steinelager“ – ein Schuppen im Garten. Das Lager war aber total verrümpelt, also musste es erst mal ausgeräumt werden. Die Pflanzentöpfe, die da hineingestellt waren mussten auch erst mal weggeräumt und woanders untergebracht werden, also musste ich im ehemaligen Gewächshaus, das ebenfalls als Lagerraum dient, erst mal aufräumen und entrümpeln. Das ganze zog also einen Rattenschwanz hinter sich, was aber jetzt in überraschend ordentlichen Lagerräumen und Garage endete. Und wo ich grade dabei war räumte ich auch noch die anderen überdachten Flächen auf. Gefällt mir sehr, sehr gut!

6. Sache: Abendessen

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Der große Sohn, der ja wegen der Wattebällchensache in Helfstimmung war übernahm das Abendbrot machen. Er schmierte Brote, machte Stibitzerkäsestücke und schnibbelte Möhren.

7Sachen159_07Er hat sogar die Tochter dazu bekommen, das ungeliebte dunkle Toast zu probieren, von dem sie immer behauptet dass es üüüüüüberhaupt nicht schmeckt (obwohl sie es nie probiert hat)-er hat einfach helles Toast auf dunkles Toast gelegt, dann sah man die dunkle Seite der Macht nicht… (Und Madame war hinterher gar nicht sauer, dass sie reingelegt wurde… das größe Wunder an alledem 😉 )

7. Sache: Bienen begucken

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Ich wollte die Rähmchen durchsehen, ob ich Weiselzellen, also Königinnenzellen entdecke. Diese Zellen werden gebaut, wenn das Volk schwärmen will. Beim letzten durchsehen habe ich ein paar Waben gefunden, an denen zumindest eine große, ausgebeulte Zelle dran war. Das hat mich doch etwas nervös gemacht und ich wollte heute mal durchgucken ob noch mehre daran sind. Aber dann fand ich stattdessen die Königin…

7Sachen159_08Das ist die große Biene in der Mitte, der eine andere Biene im Nacken sitzt.

Die Königin saß oben auf den Rähmchen und wurde geputzt und gefüttert und bewacht- und ich wusste gar nicht so recht was ich tun sollte… wir haben uns das erst mal angesehen, aber irgendwie wollte ich doch, dass sie wieder hinein geht… und das herausnehmen der weiteren Rähmchen fiel mir dann deswegen auch irgendwie schwer. Ich merke, ich muss noch viel im Umgang mit den Bienen lernen und mehr Selbstvertrauen bekommen, damit das mit uns gut klappt…

Aber immerhin habe ich mir das Rähmchen angesehen, in dem ich beim letzten Mal die große Zelle gesehen hatte- die war nicht mehr da, zugebaut mit Brutwaben. Vielleicht hab ich mich auch nur verguckt beim letzten Mal, oder es war etwas ganz anderes? All the things I have to learn…

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