Kleiderbörse

Ich hab ja schon ein paar Mal so nebenbei geschrieben, dass ich, wenn wir nicht grade alle mal wieder krank sind, in der Kleiderbörse mithelfe. Die Kleiderbörse ist eine Art Second Hand Laden für Flüchtlinge und Bedürftige, die sich nicht so viel in „normalen“ Läden leisten können. Mit Schein der Gemeinde bekommen die Flüchtlinge bei uns auch die komplette Grundausstattung gestellt.

Heute war wieder Ladentag, und ich habe mal ein paar Fotos gemacht, wie es bei uns so aussieht!

Nicht wundern, dass man keine Leute sieht- der Laden ist immer nur stoßweise voll, ansonsten ist es ziemlich ruhig.

Der Eingangsbereich mit Kasse, Schreibtisch/“Büro“, Tütenlager und, im Moment noch, Weihnachtsbaum. Willkommen steht dort auf mehreren Sprachen.

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Der Blick von der Tür aus in den Laden. Es ist ein langer, schlauchartiger Raum, relativ schmal, und die Gänge zwischen den Regalen sind recht eng.

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Im vorderen Bereich gibt es eine Art schwarzes Brett, an dem man Suche und Finde Zettel aufhängen kann. Dann kommen ein paar Koffer, Ständer mit Taschen, Schals und Mützen. Danach eine kleine Spielzeugecke. Die Spielsachen sind zwar auch zum Verkauf, aber die Kinder, die mit in den Laden kommen, dürfen damit auch spielen. Beliebt ist der Pappkarton mit den Autos und kleinen Figuren! Die Buggys werden oft hin und her gefahren, und das Schaukel/Rollpferd wird ganz oft ausgeführt!

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Wenn man etwas weiter geht kommt man direkt an die Hauptsache des Ladens, die Kleidung. Klar. Wir haben vorne Damen- und Herrenkleidung, und hinten ist die Kinderkleidung zu finden. Wir haben alles da, bei uns kann man sich komplett einkleiden, wenn man etwas findet, das einem zusagt 😉

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Im hinteren Teil des Ladens ist unsere „Lounge“, ein Aufenthaltsbereich, in dem es immer Kaffe, Wasser und Kekse gibt, hier kann man sitzen, sich unterhalten. Hier kann man sich auch einfach ganz entspannt begegnen ohne etwas kaufen zu „müssen“, manche kommen auch tatsächlich genau deswegen her. Gut so! So solls sein!

Die Kinder können sich die Spielsachen herausnehmen, Bücher lesen/anschauen, sie können hier malen, und sich die Zeit vertreiben, bis die Eltern die langweilige Einkauferei hinter sich gebracht haben 😉 Wenn ich meine Kinder mitnehme, dann spielen sie hier auch immer. Töchterlein hat an dem Tisch schon so einige Male ihre Hausaufgaben gemacht, wenn sie von der Schule direkt in den Laden kam- die Schule ist nämlich quasi direkt um die Ecke.

Die Weltkarte an der Wand sollte eigentlich dazu da sein, dass jeder sein Herkunftsland markieren kann, aber irgendwie ist das noch nicht so passiert. Egal, die Karte ist auch so ziemlich super- ist nämlich von uns, wir haben so eine bei uns im Arbeitszimmer hängen 😉

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So gemütlich sieht es aus, wenn man auf der hinteren Couch sitzt! Wenn nicht so viel zu tun ist, machen wir unsere Kaffeepausen auch immer hier. Von hier aus kann man auch unsere zwei Umkleidekabinen sehen, Klamotten müssen ja auch anprobiert werden!

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Wenn man die „Lounge“ hinter sich lässt hat man die ganze Ladenlänge noch mal, und kann den Schlauch entlang bis nach vorne gucken! Und man sieht: Einen richtig guten, vollen Laden! ^^

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Gehen wir doch mal hinter die Kulissen! Wir haben einen Raum, in dem wir die gespendete Kleidung sortieren, und in dem mittlerweile auch schon Kleidung auf Vorrat gestapelt wird. Wir haben so viele Spenden bekommen, dass wir irgendwann mal einen Annahmestopp ausrufen mussten, weil wir einfach keinen Platz mehr hatten. Die Tische, auf denen hier die Kleidungsberge liegen, waren ursprünglich nur zum sortieren gedacht.

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Das ist einmal der Blick aus der anderen Richtung: Vorratskleiderhaltung. Quasi. Außerdem Mülltüten, denn obwohl wir um tragbare Kleidung bitten, kommen sehr oft kaputte, zerschlissene, extrem fleckige Kleidungsstücke an, die teilweise regelrecht auseinanderfallen. Kaputtes kommt direkt weg, Kleidung, die nur nicht mehr „Verkaufsschön“ ist aber ansonsten noch tragbar, sammeln wir separat, die werden abgeholt und in die Ukraine gespendet, wo sie dann trotzdem noch gebraucht werden.

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Die Ukrainekisten sammeln wir am hinteren Ausgang in Kisten. Hier geht es dann auch noch in die Küche und zu den Klos, aber davon habe ich dann keine Bilder gemacht 😉

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Im (gefühlt) 1000000km langen Zwischenflur zwischen Sortierbereich und Ladenbereich lagern wir auch noch Kleidung, die nicht mehr in den vollen Ladenraum passt (auf den Ständern). Außerdem die Sommersachen (in Pappkartons), die wir jetzt im Moment nicht zum Kauf anbieten, trotz unnatürlich hoher Temperaturen 😉

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So. Jetzt habt ihr auch mal gesehen, wo ich mich hin und wieder so rumtreibe 😉 Das ist für mich genau die richtige Art, etwas in Sachen Flüchtlingshilfe zu tun. Ich traue mir nicht zu, Patenschaften zu übernehmen, oder Sprachunterricht zu geben oder sonst etwas direktes, aber ich kann Kleidung sortieren. Also mache ich das.

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4 Kommentare zu Kleiderbörse

  1. Super! Klasse organisiert, super Räumlichkeiten. Unsere Kirche hat auch eine Kleiderbörse, aber lang nicht so passende Räumlichkeiten!

    Finde ich klasse, was Du machst. Bedauere ein bisschen, gerade nicht da zu sein, um meinen Beitrag zu leisten, :-(.

    So long,
    Corinna

  2. Miri sagt:

    Das sieht toll aus und man bekommt direkt Lust, sowas auch zu organisieren (auch wenn ich mit Teilzeit und Nebenjob da leider keine Zeit zu habe). Was für Räumlichkeiten sind das denn? Von der Gemeinde?

    Liebe Grüße!

    • Maufeline sagt:

      Die Räumlichkeiten sind in dem Gebäude, wo früher mal der Schlecker drin war. Das Haus ist aber sanierungsbedürftig und stand deswegen lange leer. Die Gemeinde hat es gekauft und für die Kleiderbörse zur Verfügung gestellt. Außerdem bezahlt die Gemeinde Strom, Wasser und Heizung.

      Ich bin übrigens ganz froh, dass ich nicht wirklich mitorganisiere, sondern nur helfe, denn das scheint viel gedöns zu sein o.O

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