Gänsebraten

Eine liebe Freundin rief mich grade an und fragte mich nach dem Rezept für meinen Gänsebraten, da dieser wirklich wirklich köstlich gewesen sei. Nun, da ich das auch finde 😉 und der Meinung bin, dass jeder an meinem unglaublichen Wissen teilhaben soll schreibe ich das Rezept direkt mal hier hin!

Man braucht erst einmal eine Gans. Ich habe eine tiefgekühlte gekauft, 5 Kilogramm schwer. Die Gans braucht dann 3 Tage um im Kühlschrank komplett aufzutauen- wenn es draußen kühl genug ist kann man sie auch da auftauen lassen. Einfacher geht es natürlich, wenn man eine frische Gans kauft.

Die Innereien herausnehmen und damit tun was man möchte – für den Braten sind sie nicht nötig!

Die Gans wird gründlich ausgewaschen, trockengetupft, und dann kommt die Füllung:

  • 2-3 Äpfel, je nach Größe
  • 500 g (vorgekochte) Maronen
  • 400 g trockene Pflaumen
  • eine große Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen

Alles klein schneiden, den Knoblauch pressen, dann alles vermischen. Das kommt dann in die Gans hinein. Damit nicht alles heraus fällt werden die Hautlappen mit Rouladenspießchen zusammen gesteckt.

Damit die Gans auch eine knusprige Kruste bekommt, die so nebenbei auch noch lecker schmeckt muss sie gewürzt werden. Dazu brauchen wir:

  • 4-5 Knoblauchzehen
  • einen gehäuften Teelöffel voll Salz
  • Pfeffer
  • Paprikapulver
  • Kurkumapulver
  • eine Prise Curry
  • etwas Muskat
  • …oder was einem sonst noch so auf einer Gans schmecken könnte 🙂
  • etwas Öl, um alles zu einer geschmeidigen Paste zu verrühren

Die Gewürzzutaten werden in einen Mörser getan und alles zusammen wird fein gemahlen, bis keine Stückchen mehr vorhanden sind. Wenn es zu fest ist und nicht pastös wird, dann noch etwas Öl dazu. Diese Würzpaste wird dann auf die Gans gestrichen. Ich mache das immer mit den Händen, ziehe dazu aber Gummihandschuhe an, denn die Mischung brennt etwas auf der Haut.

Die Gans im Ofen- allerdings BEVOR ich sie gewürzt habe

Dann kommt die Gans bei 80°C für etwa 9 Stunden in den Ofen. Zwischendrin sollte man das ausgetretene Fett aus der Fettfangpfanne entfernen, denn da läuft VIEL Fett aus!  Man kann das Fett benutzen, um hin und wieder etwas über die Gans zu gießen, um eine tolle Kruste zu bekommen.

Nach den 9 Stunden, gute 45 Minuten bevor das Essen serviert werden soll, wird der Ofen auf 200°C  (am besten Umluft) geheizt damit die Gans knusprig wird. (bevor man das tut sollte das Fett aus der Auffangpfanne auch entfernt worden sein, sonst verbrennt es oder es spritzt sehr sehr sehr, wenn Fleischsaft austritt)

Nach 10 Stunden etwa (kann sein, dass es etwas mehr war, denn wenn wir 17 Uhr planen heisst das nicht, dass es 17 Uhr essen gibt… 😉 ) ist die Gans dann servierbereit:

Das Dings was da links in der Gans steckt ist ein Bratenthermometer- das Fleisch muss innen 55-70°C warm sein!

Dann muss man sich noch einen Tranchiermeister suchen, der den Vogel fachkundig aufschneidet, und es kann losgehen!

Die Gans ist durch diese Niedrigtemperatur-Garmethode außen schön knusprig, aber innen noch sehr saftig und zart. Der Nachteil ist natürlich, dass man lange vorplanen muss, wann das Ding in den Ofen kommt- ich musste mir für Sonntag morgens extra einen Wecker stellen, damit ich den Braten um 7 Uhr in den Ofen schieben kann! Aber ich habe es einfach abends vorbereitet, so dass morgens nichts anderes zu tun war. Und auch die weiteren Vorbereitungen für das große Fressen an dem Tag waren so überschaubar! Sehr praktisch, das!

Wenn man Mittags essen möchte ist das vielleicht etwas komplizierter, aber dadurch, dass es ja nicht so heiss ist, könnte man den Ofen auch nachts anmachen ohne Angst zu haben, dass etwas verbrennt.

Guten Appetit!

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9 Kommentare zu Gänsebraten

  1. Viola sagt:

    Vielen Dank für das Gänserezept!
    Ich habe mich an die großen Vögel immer nicht so recht herangetraut und so gab´s nur die Keulen zu Weihnachten.
    Aber Deine Rezept- Erklärung ist so gut, dass ich direkt in Versuchung bin es dieses Jahr mal mit dem kompletten Flattermann zu versuchen!

    Liebe Grüße,
    Viola

    • Maufeline sagt:

      Es ist tatsächlich überhaupt nicht schwer, nicht komplizierter als Brathühnchen- die Dimensionen sind halt nur andere . Und es schmeckt gut, hmmm. Trau Dich ruhig ran! 🙂

  2. Superpapa sagt:

    Schade ist nur, dass Mensch die Gans aus statischen Gründen nicht so sicher auf eine Bierdose setzen kann wie ein Huhn. Aber ich habe gestern von eine Jägermeistermarinade gehört. Das klingt sehr interessant.

    • Maufeline sagt:

      Nicht nur aus statischen Gründen- hochkant würde die Gans ja gar nicht in unseren Ofen passen!
      Jägermeistermarinade… hmm…. was essen wir eigentlich an Weihnachten, wenn die Family kommt? 😉

  3. Pingback: Weihnachts-Vorbei- Schnippselei | Maufeline

  4. shila sagt:

    Hallo,
    dieses Jahr Sylvester musste auch bei uns eine Gans in den Ofen. Zum Glück hab ich noch rechtzeitig dein Rezept gefunden und muss sagen: jamjamjam.
    Kommentare: Ich mag keine Backpflaumen, ABER in dieser Füllung… jam jam jam
    ich mag keine Maronen, ABER in dieser Füllung….jam jam jam
    Dazu selbstgerollte Klöße und selbstabgeschmeckter TK Rotkohl…. hach, war dat lecker!
    Könnte meine neue Tradition werden…..

  5. Shila sagt:

    Es ist wieder so weit. Wiedereinmal krame ich das Rezept raus. Dieses Jahr mengenmäßig abgespeckt für eine Ente

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