… und andere Geschichten vom großen Sohn! Langer Post über den großen, tollen Jungen, der jetzt endgültig und überhaupt so gar kein Kleinkind mehr ist…
Auf dem Fest, bei dem er den Fernseher gewonnen hat bekam der große Sohn beim Zuckerwatte kaufen einen Zettel in die Hand gedrückt- von den Pfadfindern, die die Zuckerwatte verkauften. Ich war überrascht, ich wusste nicht dass es Pfadfinder in unserem Ort gibt.
Nach eigentlich ziemlich kurzer Zeit haben wir alle festgestellt, dass das ja eigentlich was für den großen Sohn sein könnte, und wir haben ihn sofort zum ausprobieren zu einer Gruppenstunde angemeldet.
Ich hatte aber vergessen, dass er an dem Tag ja bereits mit seinem Freund T. verabredet war, und sich das überschneiden würde. Also haben wir T einfach gefragt, ob er nicht auch Lust hat, dahin zu gehen. Hatte er.
Wir brachten die Jungs also gestern Abend zur ersten Gruppenstunde. T’s Mutter und ich waren sehr gespannt, wie die zwei sich da so machen würden, und was sie sagen wenn wir sie abholen…Als sie dann, nach dem Ende der Stunde, herauskamen, war das erste, was T sagte: “Darf ich bitte, bitte nächste Woche wieder da hin?” Der große Sohn grinste nur breit, und als ich fragte wie es war sagte er nur: “Suuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuper!!!!!!!!!!!!!!”
Jetzt werden die beiden zuerst einmal eine Schnuppermitgliedschaft machen, wo sie drei Monate ausprobieren können, wie es ihnen gefällt, und wenn sie dann Lust haben, können sie richtige, echte Wölflinge- also die jüngsten der Pfadinder- werden. Ich würde mich wirklich freuen, denn ich kann mir vorstellen, dass es dem Großen viel Spass macht! Die Jungs dürften sogar schon bei dem großen, jährlichen Pfingstlager mitmachen, wenn sie wollten- aber das ist dann dieses Jahr doch zu knapp, das ist ja schon in zwei Wochen.
Eine Sache hat mir allerdings doch etwas Kopfzerbrechen gemacht. Es ist eine christliche Vereinigung, und es wird viel Wert auf christliche Erziehung gelegt- laut Satzung auf jeden Fall. Der Wölflingsleiter meinte allerdings, dass das alles auf freiwilliger Basis ist, und niemand wird gezwungen, bei den gelegentlichen Gottesdiensten teilzunehmen. Nicht falsch verstehen- ich habe natürlich keinesfalls etwas gegen das Vermitteln christlicher Werte, aber ich weiß, dass der Sohn mittlerweile sehr bekennender Nicht-Christ ist, und ihn zu viel Religion gerne abschreckt (Ihr hättet ihn mal sehen sollen bei meiner Erklärung, was Kommunion ist, und worum es geht
“DANKE, Mama, dass ich nicht getauft bin und das nicht mitmachen muss!”- ich habe NICHTS böses über Kommunion gesagt, echt nicht!!! Nur die Bedeutung, die rituellen Handlungen, und was ich damals so alles gemacht habe im Kommunionsunterricht- hat ihm wohl schon gereicht
).
Weil ich also nicht genau weiß, wie das ganze bei den Pfadfindern gehandhabt wird, habe ich dem Großen davon erzählt. Dass darauf viel Wert gelegt wird, und auch sicher explizit thematisiert wird. Dass er da auch trotzdem mitmachen kann/darf/soll, selbst wenn es ihm seltsam erscheinen sollte. Und dass christliche Werte eben genau das sind, was einem gesunder Menschenverstand auch sagt, und somit super. Und für viele Leute sei es eben unglaublich hilfreich, an einen guten Gott zu glauben, und das ist ja auch schön!
Er nickte, und ich sah wie er darüber nachdachte. Er würde das mal mitmachen, sagte er, und sich anschauen. Auch, wenn er wirklich so gar nicht an einen Gott glauben würde…
Wieder Stille.
Und dann kam etwas, worauf ich nicht vorbereitet war…
“Mama, weißt Du, was ich auch nicht glaube? Dass es das Christkind, den Weihnachtsmann und den Osterhasen gibt! Ich glaube, dass ihr das immer macht! Denn zum Beispiel bist Du an Weihnachten nie dabei, wenn wir spazieren gehen!”
Da blieb dann erst mal mir die Spucke weg
Ich fragte ihn, ob es denn schlimm für ihn wäre, wenn das so sei. Nein, es wäre nicht schlimm, es wäre nur endlich mal logisch zu Erklären… Ein bisschen aufgeregt war er aber doch, der große kleine Kerl, als er mir sagte, dass er glaubt, dass es all die wundersamen Sachen nicht gibt, da standen ihm fast die Tränchen in den Augen.
Als ich dann doch schließlich zugegeben habe, dass wir das alles nur für die Kleinen inszenieren war er wieder ganz ruhig. Ich fragte ihn, ob er denn versteht, warum wir das machen- ja, denn er kann sich nur zu gut an die Aufregung erinnern, wenn diese Magie im Haus ist, das Kribbeln im Bauch. Ab jetzt würde er dann immer helfen, diese Magie den beiden Kleinen zu vermitteln.
Wow, es ist einfach unglaublich toll, große Kinder zu haben!
Oh, und der Büchertausch ist jetzt komplett abgeschlossen! Der große Sohn hat sein Harry Potter Buch auf deutsch ja schon ein Weilchen, und jetzt haben wir endlich, endlich mal den englischen Band verschickt. Mit einem Brief des Großen, und einem gemalten Bild! Monsieur ist schwer begeistert, dass seine Kunst sogar auf anderen Blogs zu sehen ist
Und nochmal Danke Nakura für den Tausch! (Man kann es einfach nicht oft genug sagen- der große Sohn schwebt auf allen Wolken!)