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Empedokles von AgrigentMoerser   French, J. 1651, S.42 French, J. 1651, S.44 French, J. 1651, S.28 French, J. 1651, S.65 French, J. 1651, S.23
 

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Empedokles von Agrigent 

Empedokles von Agrigent (ca. 500-430 v. Chr.)

Empedokles, von Aristoteles als Erfinder der Rhetorik bezeichnet, schreibt in Versform. Ihm werden die Titel "Über die Natur", "Reinigungen" und "Medizinisches" zugeordnet. Die Quellenlage des Philosophen, der sein Leben angeblich freiwillig durch einen Sprung in den Krater des Ätna beendete, ist die umfangreichste unter den Vorsokratikern.

Die vier Wurzeln bei Empodekles

Aristoteles Met. A4, 985a31-3: "Ferner erklärte er als erster, die sogenannten materiellen Elemente seien vier von der Zahl." [Kirk et. al., S. 316]

Frgm.6, Aetius I,3,20: "Denn höre zuerst die vier Wurzelgebilde aller Dinge: hell scheinender Zeus; Leben spendende Hera; [unsichtbarer] Aidoneus und [fließende] Nestis, die mit ihren Tränen den sterblichen Quellstrom benetzt." [ebd. S. 316]

Frgm. 17, 15ff, Simplikios in Phys. 158, 13: "Das eine Mal nämlich wachsen sie [zusammen], um nur Eines allein aus Mehreren zu sein; das andere Mal entwickeln sie sich wieder auseinander, um Mehrere aus Einem zu sein, Feuer und Wasser und Erde und der Luft unermesslicher Höhe, ferner gesondert von ihnen mit gleichem Gewicht in jeder Richtung Streit, der verwünschte, und unter ihnen die Liebe, gleich an Länge und Breite." [ebd., S. 317f]

Frgm. 21, Simplikios in Phys. 159, 14:"Im Groll haben sie alle eine verschiedene Gestalt und sind entzweit; in Liebe indes kommen sie zusammen und sehnen sich nacheinander." [ebd., S. 324]

Empedokles beschreibt als erster eine Lehre mit vier Elementen. Sie werden zunächst als Götter eingeführt: Nestist kann klar Wasser zugeordnet werden. Theophrast verbindet Zeus mit Feuer, Hera mit Luft und Aidoneus mit Erde. Seine Elemente darf man nicht mit den in der Natur vorkommenden, wahrnehm- und erfahrbaren Erde, Wasser, Feuer und Luft gleichsetzen. Sie stellen vielmehr eine Abstrahierung als unsichtbare Grundstoffe dar, sind also gewissermaßen philosophische Elemente.

Ein Gegenstand besteht demnach aus den vier Elementen in unterschiedlicher Zusammensetzung. Die rein mechanische Vereinigung der Elemente erfolgt durch das Prinzip "Liebe", die Trennung verläuft über das Prinzip "Hass" bzw. "Streit". Empedokles nimmt an, dass die vier philosophischen Elemente aus nicht wahrnehmbaren, kleinen Teilen bestehen. Diese Korpuskel sind ihm zufolge zwar in einem gewissen Grad teilbar, lassen sich jedoch nicht ineinander umwandeln.

Frgm. 17, 33ff, Simplikios in Phys. 158, 14: "Jene sind nämlich alle gleich und der Herkunft nach gleichartig. Doch jedes von ihnen beherrscht einen anderen Machtbereich, jedes hat seinen eigenen Charakter, und abwechselnd üben sie im Kreislauf der Zeit die Vorherrschaft aus. Zudem gibt es nichts, was zu ihnen noch hinzu entstünde, und es geht auch nichts zugrunde. Wie könnte auch etwas völlig verschwinden, da doch nichts leer von ihnen ist? Denn wenn sie kontinuierlich vernichtet würden, wären sie nicht mehr. Und was könnte andererseits das All noch zusätzlich wachsen lassen? Und woher sollte es kommen? Nein, es sind eben sie, die sind. Doch indem sie durcheinander hindurch laufen, werden sie bald zu diesem, bald zu jenem und entstehen gleichwohl dauernd und immer als dieselben." [ebd., S. 320]

Die Elemente sind nicht auf ein Urelement zurückzuführen, sondern untereinander gleichberechtigt. Die Entstehung der Elemente aus dem Leeren wird von Empedokles abgelehnt, da es ihm nach keine Leere gibt. Die Elemente sind somit unveränderlich und unvergänglich.

Frgm. 21, Simplikios in Phys. 159, 13: "[...]die Sonne, warm anzusehen und hell überall; all die unsterblichen [Partikeln], die in Wärme und strahlendem Glanz getränkt werden; den Regen, in allen Dingen dunkel und kühl; und aus der Erde strömen Dinge hervor, die verwurzelt und fest sind." [ebd., S. 323f]

Die Eigenschaften oder auch Charakter der Elemente werden durch Vergleiche mit der Natur näher klassifiziert. Sonne (also Feuer) ist demnach weiß und warm, Regen (also Wasser) dunkel und kühl. Die Erde ist verwurzelt und fest und Partikel (vermutlich also Luft) erscheinen hell und warm. Eine systematischere Lösung liefert später Aristoteles.

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